21 Juli 2007

Hermann Göring ist schuld

Ich ärgere mich jedes Jahr aufs Neue: kaum ist in meinem Garten das Obst reif - egal ob Kirschen, Äpfel, Mirabellen oder Stachelbeeren - kommen über Nacht die verfluchten Waschbären und fressen mir den ganzen Baum leer.

Nazi-WaschbärIch hatte schon immer im Hinterkopf, dass die Scheißviecher eigentlich nicht in Europa heimisch waren und irgendwann eingeschleppt wurden. Die genaue Geschichte erfuhr ich jetzt aber erst durch die Online-Ausgabe der altehrwürdigen Washington Post, die über Kassel, "Europas Hauptstadt der Waschbären", berichtete. Launig wird unter dem Titel "From Nazi Past, a Proliferating Pest" die Geschichte der Verbreitung der "Nazi raccoons" (dt. "Nazi-Waschbären") erzählt.

1934 hat Hermann Goering, hauptberuflich bekanntermassen Nazi-Arschloch, nebenbei aber auch "Reichsjagdmeister", zwei Pärchen nordamerikanischer Waschbären importiert. Offiziell um "die deutsche Fauna zu bereichern", inoffiziell, um einen schönen Pelzlieferanten zu haben. Diese beiden Pärchen wurden freundlicherweise am Edersee ausgesetzt, einem Stausee, der etwa 15 Kilometer von meinem Zuhause und circa 35 Kilometer von Kassel entfernt liegt.

Waschbär (nicht amüsiert)Bar jedes natürlichen Feindes auf diesem Kontinent (schließlich waren Wölfe, Waldkatzen und Bären - alle mal in unseren Breiten heimisch - bereits damals längst vertrieben oder ausgerottet) haben die possierlichen Dreckteile sich vermehrt wie die Karnickel. Man geht für Gesamtdeutschland inzwischen von einem Bestand von über einer Million Exemplaren aus, wieviel im restlichen Europa leben, kann man noch nicht mal schätzen. Auf jeden Fall richten die Biester jedes Jahr Millionenschäden an, indem sie Dachisolierungen zerlegen, die Dachstühle und Abwasserkanäle ganzer Strassenzüge übernehmen, Mülleimer plündern oder schlichtweg ganze Obst- und Gemüseplantagen leerfressen.

Um aber auf den Grund meiner Empörung zurück zu kommmen: ich fand Hermann Goering schon in der 5.Klasse im gymnasialen Geschichtsunterricht echt richtig scheiße (von den anderen Nazi-Bratzen natürlich ganz zu schweigen). Dass dieser dumme arische Wichser aber auch noch dafür verantwortlich ist, dass mir jedes Jahr die Mirabellen vom Baum geklaut werden, schlägt dem Fass wirklich den Boden aus.

Quelllink: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/05/25/AR2007052502272_pf.html

11 März 2007

Die beste Death Metal-Band der Welt


Entombed ist eine schwedische Death-Metal Band, die 1987 unter dem Namen „Nihilist“ gegründet und 1988 in „Entombed“ umbenannt wurde. Meiner Meinung nach ist das die

schwedische Death Metal-Band - für mich einfach Götter...

Entombed war die Nachfolgeband der 1987 gegründeten Death-Metal-Band Nihilist, mit der die späteren Entombed-Mitglieder Nicke Anderson und Alex Hellid unter anderem mit Johnny Hedlund (später bei Unleashed) insgesamt zwei Demos aufnahmen. 1989 folgte nach der Auflösung von Nihilist mit „But Life Goes On“ das erste Demo unter dem neuen Namen "Entombed". Kurz darauf veröffentlichte die Band ihre als wegweisend betrachteten Alben „Left Hand Path“ und „Clandestine“.

Nach der „Gods of Grind“-Tour (1991) vollzog die Band einen Wechsel in ihrem Songwriting. Schlagzeuger Nicke Andersson schloss sich nach der Veröffentlichung von „To Ride, Shoot Straight And Speak The Truth“ den Hellacopters als Gitarrist und Sänger an und verließ Entombed. Kritische Fans erkannten in der Folge einen großen Qualitätsverlust des Songwritings, an welchem Nicke Andersson in der Vergangenheit maßgeblich beteiligt war. Nachdem es für eine Zeit den Anschein hatte, dass Entombed abgeschrieben wären, gelang ihnen mit der Veröffentlichung von „Inferno“ im Jahr 2003 ein recht erfolgreiches Comeback.

Zuvor, im März 2002, absolvierten Entombed ein recht ungewöhnliches Konzert: Im Königlichen Opernhaus Stockholm tanzten Balletttänzer zur brachialen Live-Musik der Band. Die CD „Unreal Estate“, ein Mitschnitt dieses künstlerischen Experiments, wurde erst 2004 veröffentlicht und gilt als die meistverkaufte Entombed-CD in Deutschland.

Auf den ersten beiden Studioalben „Left Hand Path“ und „Clandestine“ dominierte noch klar klassischer schwedischer Death Metal, der von einem unverwechselbaren Gitarrensound geprägt war, den die Band auch bei späteren Veröffentlichungen beibehalten sollte. Einen wichtigen Beitrag hierzu leistete Studiobesitzer und Produzent Tomas Skogsberg, dessen Sunlight-Studio in der Folgezeit wegen seines einzigartigen Sounds sehr geschätzt und von internationalen Bands häufig frequentiert wurde.

Später begann die Band Mitte der 90er mit dem Album „Wolverine Blues“ auch andere Einflüsse, etwa aus dem Blues und dem Rock 'n' Roll einfließen zu lassen, und wandten sich damit einem „groovigeren“ Sound (auch "Death 'n' Roll" genannt) zu, was in der Musiklandschaft des Death Metal einzigartig war und einige Oldschool-Fans verschreckte.

Offizielle Site von Entombed

19 Februar 2006

Skurrilitäten des Alltags: Musikantenstadl-Post

Meine Wenigkeit verbringt ja nun einen Gutteil seiner Nächte im Dienst in der Klappse. In den leider seltenen Fällen, in denen man überhaupt nichts zu tun hat, sich die Nacht endlos Minute um Minute zieht und es verständlicherweise jenseits der 2 Uhr schwierig ist, einen SF-Roman überhaupt noch ansatzweise zu kapieren, greift man dann irgendwann zum Stapel diverser Zeitungen des Lesezirkels. Gala und Bunte haben sich da z.B. für die hirnlose Phase vor dem Morgengrauen hervorragend bewährt. Aber was sich da doch so alles auf dem Zeitschriftenmarkt tummelt... es ist manchmal wirklich unglaublich.

So kam mir vorhin (zum Verständnis: es ist exakt 3:17 Uhr und ich tippe dies am Stationscomputer) doch tatsächlich ein Heftchen mit dem Namen "Musikantenstadl-Post" in die Finger geraten. Ach du Scheiße!

Vom Titelbild grinsen einem in groß die Fressen von Hansi Hinterseer und Heino entgegen ("Hansi & Heino: Krone der Volksmusik"), der linke Rand wird von Sigrid und Marina ("Die Schlagerschwestern schwärmen für Semino Rossi"), Rainhard Fendrich ("Glücklich ,hier + jetzt?") und Karl Moik ("Karl: Meine Zeit ist vorbei") dominiert und quer drüber thronen die Wildecker Herzbuben ("Herzilein im neuen Gewand"). Allein diese Zusammenstellung lässt einen schon das Schlimmste befürchten.

Im Vorwort begrüßt Herausgeberin Eva Mang die "Lieben Leser und liebe Freunde der Musikszene" (!) gleich erst mal mit der unglaublich schlechten Nachricht, dass das Erscheinen der "Starpost" (scheinbar noch so eine schräge Gazette) leider ein "weiteres Mal" verschoben werden musste. Frau Mang schreibt, dass sie eine "gewisse Verantwortung" zu tragen habe und es als ihre Pflicht erachtet, "in erster Linie auf die Arbeitsplätze und die der Lieferanten zu achten". "Ich weiß schon, das ist nicht sehr modern - aber so bin ich!" Uiuiui, Mädel, du bist toll.

Es geht dann erst mal unter dem Label "Aufgeblitzt - Stars ganz persönlich" mit News zu diversen Stars und Sternchen weiter (dem "Steirer Franz", "Nordwand", Hansi Hinterseer (natürlich!), "Die Stoakogler" usw.), außerdem gibt es noch einen dezidierten Bericht zum letzten Musikantenstadl von Herrn Moik an Silvester. Neben dem herrlich unspektakulären Textchen gibt es da schöne Fotos zu bewundern: Karl Moik mit DJ Ötzi, Karl Moik mit Marika Lichter, Karl Moik mit Jazz Gitti, Karl Moik mit Wolfgang Lindner, Karl Moik mit "bezaubernden Ballettdamen", Karl Moik mit Edith Moik, Karl Moik mit Wastl und last but not least Karl Moik mit Jörg Haider, untertitelt mit einem süffisanten "Ein Lob vom ,strengen? Landeshauptmann Dr.Haider". Man fängt an zu ahnen, woher, aber leider nicht wohin der Wind weht.

Danach gibt es, alles unter dem Oberbegriff "Star G'schichten", eine halbe Seite Promotion für die neue Rainhard Fendrich-CD, gefolgt von einer Doppelseite Skifahren mit Hansi Hinterseer, zwei Seiten zu den "Bambis der Volksmusik" und einer halben Seite "Geschwister Hofmann - Ausgelassene Mädels auch abseits der Showbühne". Ein "persönliches Interview mit dem Kult-Star" Heino rundet das Ganze dann ab, bevor es mit den Kastelruther Spatzen weiter geht um schließlich in die "Guten Nachrichten für die Fans" der Wildecker Herzbuben zu münden: "Nachdem man in letzter Zeit eher nur über private Schmutzwäsche von Wolfgang Schwalm gehört hatte" (sic!), "sind die Herzbuben endlich wieder da" ? ",Rutsch an meine Seite', ihr neues Album, ist natürlich im gewohnten Herzbubenstil". Darüber präsentiert sich eben dieser Wolfgang Schwalm auf einem Foto in einem überdimensionalen Blumenkleidchen und blonder Frau-Antje-Perücke. Grauenhaft.

Daß man in der Volksmusikszene scheinbar einen gewissen Sinn für publikumswirksame Travestie hat, beweist zwei Seiten weiter dann auch gleich "Mister Volksmusik" Achim Mentzel. Der präsentierte sich wohl im Rahmen seiner Show "Hitparade der Volksmusik" ebenfalls im Kleidchen. Der Typ ist allerdings hässlich wie die Nacht und gleicht eher einer Mischung aus Tony Marshall, dem Bauarbeiter-Village Poeple und einem bärtigen Walroß, wodurch er im güldenen Satinkleidchen nicht nur albern, sondern eher schwer gestört aussieht.

Ganz toll ist natürlich der Truck Stop-Artikel ("Harte Jungs - mit weichem Kern") und dass wir im Anschluß daran auch gleich erfahren, dass Stefanie Hertel und Stefan Mross "große Pläne" für 2006 haben.

Horoskop, Leserhitparade und Fanclubadressen runden das Bild ab, als Pin-up-Poster zum Herausnehmen gibt es dann noch Andrea Berg (wer zum Teufel ist das?).

Abschließend kann man zur "Musikantenstadl-Post" sagen, dass sie ein schön buntes, aber mies layoutetes Volksmusik-Fanzine für Musikfreunde ist, die beide Weltkriege überleben mußten. Es wird kräftig die Werbetrommel gerührt und alles abgefrühstückt, was man so an gängigen Klischees verwursten kann. Man sollte vielleicht nur den Slogan "Ohne Stadlpost ka Musi!" um "Mit Stadlpost ka Hirn nich" ergänzen.

Prost.

13 Februar 2006

Wieder da

Nachdem ich hier lange nichts geschrieben habe (jaja), hier nun die Ankündigung, mich zu bessern. Ich will diesen Blog jetzt irgendwie in meine Homepage einbauen und komme hoffentlich auch öfter dazu, mal was zu schreiben. Themen gibt es ja eigentlich genug...