Durch Zufall bin ich auf ein nettes kleines Projekt des amerikanischen Fotografen Kyle Cassidy gestossen, das unter dem Namen "Where I Write" firmiert. Er hat mehrere Science Fiction- und Fantasy-AutorInnen zuhause besucht und sie in ihren Arbeitszimmern fotografiert.
Ich finde das deshalb interessant, weil man bei einigen tatsächlich eine Verbindung zwischen dem Schreibstil und dem Zustand ihrer Arbeitsumgebung herstellen kann. Und weil mich an der ganzen Geschichte eines beruhigt: bei den meisten sieht es ähnlich chaotisch aus wie bei mir ;-)
Links:
Where I Write
Kyle Cassidy
07 September 2009
Ein interessantes Projekt
Labels:
Bücher,
Meinung,
Science Fiction
12 August 2009
Vampire gehen mir auf die Eier
Leider zieht jeder literarisch-cineastischer Erfolg auch gleich einen entsprechenden Hype nach sich. Das erste mal richtig angesprungen hat mich diese Erkenntnis, als Tolkiens altehrwürdige Lord Of The Rings-Trilogie verfilmt wurde. Die bemühten (wenn auch unter dem Strich nicht wirklich befriedigenden) Peter Jackson-Filme bewirkten neben dem natürlich zu erwartenden Merchandise-Overkill einen unglaublichen Fantasy-Hype. Das bemerkte man nicht zuletzt in den Buchhandlungen: Plötzlich schmiss jeder Verlag zentnerweise Bücher mit Elfen, Orks, Halblingen und anderem Gelichter auf den Markt, Hauptsache, man verdiente mit.
Derzeit ist wieder ein ähnlicher Trend in einer anderen Sparte der Phantastik zu beobachten. Dank der geradezu hirnverknotend reaktionär-konservativen Twilight-Romane der amerikanischen Supermormonin Stephanie Meyer und der daraus resultierenden Teenie-Verfilmung "Bis(s) zum Morgengrauen" wimmelt es in den Buchhandlungen momentan von allen möglichen Spielarten der Vampir-Thematik.
Bei meinem jüngsten Besuch in einer einschlägigen Buchhandlung fand ich mich plötzlich in einem Mob hysterischer Emo- und Pseudogothik-Girls wieder, die um die Regale der Horror-Ecke wuselten wie ein wildgewordener Ameisenhaufen. In Ruhe nach ein paar Neuerscheinungen fahnden war da natürlich Essig.
Nun bin ich nicht in aller erster Linie der klassische Grusel- oder Horror-Leser, allerdings gibt es auch in diesem Genre durchaus lesenswertes. Wenn wir die sozialkritisch ambitionierten Klassiker (Shelley, Poe usw.) mal rauslassen, komme ich mit Anne Rice, Dean Koontz, Peter Straub, Clive Barker, Dan Simmons und Brian Lumley immer noch auf eine Handvoll mehr als beachtungswürdiger Horror-Autoren der Gegenwart.
Dass aber Vampire gerade en vogue sind und man diesem Scheiß nirgendwo entkommt, geht mir gehörig auf die Eier. Ich will meine ruhige literarische Nische wiederhaben!
Derzeit ist wieder ein ähnlicher Trend in einer anderen Sparte der Phantastik zu beobachten. Dank der geradezu hirnverknotend reaktionär-konservativen Twilight-Romane der amerikanischen Supermormonin Stephanie Meyer und der daraus resultierenden Teenie-Verfilmung "Bis(s) zum Morgengrauen" wimmelt es in den Buchhandlungen momentan von allen möglichen Spielarten der Vampir-Thematik.
Bei meinem jüngsten Besuch in einer einschlägigen Buchhandlung fand ich mich plötzlich in einem Mob hysterischer Emo- und Pseudogothik-Girls wieder, die um die Regale der Horror-Ecke wuselten wie ein wildgewordener Ameisenhaufen. In Ruhe nach ein paar Neuerscheinungen fahnden war da natürlich Essig.
Nun bin ich nicht in aller erster Linie der klassische Grusel- oder Horror-Leser, allerdings gibt es auch in diesem Genre durchaus lesenswertes. Wenn wir die sozialkritisch ambitionierten Klassiker (Shelley, Poe usw.) mal rauslassen, komme ich mit Anne Rice, Dean Koontz, Peter Straub, Clive Barker, Dan Simmons und Brian Lumley immer noch auf eine Handvoll mehr als beachtungswürdiger Horror-Autoren der Gegenwart.
Dass aber Vampire gerade en vogue sind und man diesem Scheiß nirgendwo entkommt, geht mir gehörig auf die Eier. Ich will meine ruhige literarische Nische wiederhaben!
07 August 2009
NOVA 15 erschienen

Dieser Tage ist NOVA 15 erschienen. Das Science Fiction-Kurzgeschichtenmagazin, bei dem ich in den letzten Jahren auch als Mit-Herausgeber tätig war (jetzt "nur" noch als Layouter und Mädchen-für-alles), bietet auf 180 Seiten wie gewohnt einen Haufen guter SF-Geschichten von namhaften Autoren und diversen Newcomern, sowie einige interessante Artikel und Interviews. Ich kann es jedem nur ans Herz legen ;-)
Näheres zu NOVA 15 gibt es auf der NOVA-Homepage:
NOVA-Magazin
Labels:
Bücher,
Meinung,
Science Fiction
26 Juli 2009
Hölle, Tod und Dosenbier
Meine Heimatgemeinde Bad Zwesten ist ein nettes, beschauliches Kurkaff. Damit habe ich kein Problem, ganz im Gegenteil, ich mag das - das ist unter anderem einer der Gründe, warum ich vor ein paar Jahren wieder aufs Land gezogen bin.
Natürlich ist das kulturelle Angebot in unserer schönen Gemeinde hauptsächlich auf die Kurgäste ausgerichtet (also 50+). Da gibt es die "Bad Zwestener Meisterkonzerte" (verschiedene Klassik-Ensembles) und auch das alljährliche Lichterfest im Kurpark, wo dann ohrenkrebsverursachende Alleinunterhalter Schlager und Volksmusik zum besten geben - man kennt sowas ja.
Immerhin - und da ragt Bad Zwesten in der hiesigen Region tatsächlich heraus - gibt es bei uns einen sehr grossen und auch sehr aktiven Motorrad-Club, den MC GoGetters, die nicht nur eine sehr schöne Kneipe/Vereinsheim betreiben, sondern auch schon bei vielen Gelegenheiten im Ort gezeigt haben, dass ihnen an unserer Gemeinde was liegt und diese Rocker in ihrer schwarzen Lederkluft auch gar nicht so böse sind, wie man gemeinhin denkt.
Dieser Motorrad-Club hatte vor einiger Zeit dann eine Idee: man könnte doch mal ein steiles Open-Air-Rock-Konzert in unserem beschaulichen Örtchen veranstalten. Man trug die Idee bei Gemeinde und Bürgermeister vor, man einigte sich überraschend problemlos auf einen gescheiten Rahmen und ein Veranstaltungsgelände, engagierte zwei Bands und eigentlich hätten alle glücklich sein können. Eigentlich.
Es begab sich dann nämlich ein paar Wochen vor diesem Konzert, dass den Verantwortlichen ein Brief der beiden ortsansässigen Allgemeinmediziner zuging, in denen diese den Veranstaltern vorwarfen, dass das geplante Rock-Konzert nicht nur rufschädigend für unsere Gemeinde wäre (!), sondern außerdem durch die "Lärmbelastung" zwangsläufig zum Verlust des Heilbäder-Status führe (!!) und desweiteren - ebenfalls durch die enorme "Lärmbelastung" - zu Bluthochdruck und Todesfällen in der älteren Bevölkerung führen könne (!!!).
Mal abgesehen davon, dass ich mich frage, warum man in einer Paartausendseelengemeinde unbedingt Briefe schreiben muss, statt sich einfach mal persönlich miteinander auseinander zu setzen, konnte und kann ich nach wie vor diesen Schwachsinn gar nicht glauben.
Natürlich führte das Ganze dann in der lokalen Presse zu einer schönen (und teilweise immer skurriler werdenden) Berichterstattung, der dann schließlich in einem weiteren Brief der Kurärzte gipfelte, in dem sie dann unter anderem darauf verwiesen, dass die für diesen Abend gebuchten Bands ja unter anderem auch Songs von AC/DC spielten und sie (also die Ärzte) sich verpflichtet fühlten, eben nicht dem Weg von "Hölle, Tod und Dosenbier" (O-Ton) zu folgen.
Mal abgesehen davon, dass dieser ganze Klamauk eine gute PR für das Konzert war (und "Hölle, Tod und Dosenbier" ein richtig guter Slogan ist, hihi), ist es für mich wenig verständlich, wie man sich im 21.Jahrhundert noch derart spießbürgerlich entblöden kann.
Achja: das Konzert fand übrigens trotz aller Widrigkeiten unter dem Motto/Titel "Bad Zwesten rockt" vorgestern abend statt. Es war ein geiles Veranstaltungsgelände (direkt am Kurpark, mitten im Ort), die Organisation war super, es gab leckeres Bier zu korrekten Preisen und zwei gute Bands (Forroxx und Seven Hell), die mit einem Heidenspaß immerhin fast fünf Stunden lang richtig geil gerockt haben.
Todesfälle gab es übrigens nicht, weder in der älteren Bevölkerung, noch bei den älteren Herrschaften die im Publikum vorhanden waren - und ein Tor zur Hölle hat sich auch nicht aufgetan. Ich hoffe sehr, dass diese mehr als gelungene Veranstaltung nächstes Jahr eine Fortsetzung erfährt.
Links:
badzwestenrockt.de
MC GoGetters
Seven Hell
Forroxx
Natürlich ist das kulturelle Angebot in unserer schönen Gemeinde hauptsächlich auf die Kurgäste ausgerichtet (also 50+). Da gibt es die "Bad Zwestener Meisterkonzerte" (verschiedene Klassik-Ensembles) und auch das alljährliche Lichterfest im Kurpark, wo dann ohrenkrebsverursachende Alleinunterhalter Schlager und Volksmusik zum besten geben - man kennt sowas ja.
Immerhin - und da ragt Bad Zwesten in der hiesigen Region tatsächlich heraus - gibt es bei uns einen sehr grossen und auch sehr aktiven Motorrad-Club, den MC GoGetters, die nicht nur eine sehr schöne Kneipe/Vereinsheim betreiben, sondern auch schon bei vielen Gelegenheiten im Ort gezeigt haben, dass ihnen an unserer Gemeinde was liegt und diese Rocker in ihrer schwarzen Lederkluft auch gar nicht so böse sind, wie man gemeinhin denkt.
Dieser Motorrad-Club hatte vor einiger Zeit dann eine Idee: man könnte doch mal ein steiles Open-Air-Rock-Konzert in unserem beschaulichen Örtchen veranstalten. Man trug die Idee bei Gemeinde und Bürgermeister vor, man einigte sich überraschend problemlos auf einen gescheiten Rahmen und ein Veranstaltungsgelände, engagierte zwei Bands und eigentlich hätten alle glücklich sein können. Eigentlich.
Es begab sich dann nämlich ein paar Wochen vor diesem Konzert, dass den Verantwortlichen ein Brief der beiden ortsansässigen Allgemeinmediziner zuging, in denen diese den Veranstaltern vorwarfen, dass das geplante Rock-Konzert nicht nur rufschädigend für unsere Gemeinde wäre (!), sondern außerdem durch die "Lärmbelastung" zwangsläufig zum Verlust des Heilbäder-Status führe (!!) und desweiteren - ebenfalls durch die enorme "Lärmbelastung" - zu Bluthochdruck und Todesfällen in der älteren Bevölkerung führen könne (!!!).
Mal abgesehen davon, dass ich mich frage, warum man in einer Paartausendseelengemeinde unbedingt Briefe schreiben muss, statt sich einfach mal persönlich miteinander auseinander zu setzen, konnte und kann ich nach wie vor diesen Schwachsinn gar nicht glauben.
Natürlich führte das Ganze dann in der lokalen Presse zu einer schönen (und teilweise immer skurriler werdenden) Berichterstattung, der dann schließlich in einem weiteren Brief der Kurärzte gipfelte, in dem sie dann unter anderem darauf verwiesen, dass die für diesen Abend gebuchten Bands ja unter anderem auch Songs von AC/DC spielten und sie (also die Ärzte) sich verpflichtet fühlten, eben nicht dem Weg von "Hölle, Tod und Dosenbier" (O-Ton) zu folgen.
Mal abgesehen davon, dass dieser ganze Klamauk eine gute PR für das Konzert war (und "Hölle, Tod und Dosenbier" ein richtig guter Slogan ist, hihi), ist es für mich wenig verständlich, wie man sich im 21.Jahrhundert noch derart spießbürgerlich entblöden kann.
Achja: das Konzert fand übrigens trotz aller Widrigkeiten unter dem Motto/Titel "Bad Zwesten rockt" vorgestern abend statt. Es war ein geiles Veranstaltungsgelände (direkt am Kurpark, mitten im Ort), die Organisation war super, es gab leckeres Bier zu korrekten Preisen und zwei gute Bands (Forroxx und Seven Hell), die mit einem Heidenspaß immerhin fast fünf Stunden lang richtig geil gerockt haben.
Todesfälle gab es übrigens nicht, weder in der älteren Bevölkerung, noch bei den älteren Herrschaften die im Publikum vorhanden waren - und ein Tor zur Hölle hat sich auch nicht aufgetan. Ich hoffe sehr, dass diese mehr als gelungene Veranstaltung nächstes Jahr eine Fortsetzung erfährt.
Links:
badzwestenrockt.de
MC GoGetters
Seven Hell
Forroxx
Abonnieren
Posts (Atom)